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Einfach gemacht!

Hier erscheinen in loser Reihenfolge Tipps für schnell und einfach umzusetzende Maßnahmen, die helfen Energie oder andere wertvolle Ressourcen im Unternehmen einzusparen - und dabei keine oder nur sehr geringe Investionen erfordern.
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Hilfestellungen für richtiges Lüften

Regelmäßiges Lüften hilft gegen Müdigkeit und vermindert das Risiko von Tröpfcheninfektionen. Doch wie viel Lüften ist angebracht und wie verhindere ich ein übermäßiges Auskühlen der Räume, falls keine Lüftungsanlage vorhanden ist?

Der Lüftungsrechner der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) zeigt an, wie oft man lüften soll. Mit Klick auf das Bild gelangen Sie zu der online-Version.

 

Die gute Nachricht vorab: es gibt einfache und kostenlose Hilfsmittel wie online-Tool oder smartphone-App, die Sie beim Lüften unterstützen können.

Unterschied Stoß- und Querlüften

Stoßlüften bezeichnet das kurzzeitige Lüften über weit geöffnete Fenster. Beim Querlüften wird über gegenüberliegende Fenster und/oder Türen gelüftet, wobei die Fenster auch lediglich gekippt sein können, falls das vollständige Öffnen nicht möglich oder zu umständlich ist. Sowohl Stoß- als auch Querlüften sind effektive Methoden, bei der die Luft im Raum schnell vollständig ausgetauscht wird. Dies verhindert auch ein übermäßiges Auskühlen der Räume, weil nur die frische Luft erwärmt werden muss. Als Faustformel gibt das Umweltbundesamt je Lüftungsvorgang 10 bis 15 Minuten an, wobei an besonders kalten oder windigen Tagen schon 3 Minuten ausreichen können.

Sie wollen es besonders gut machen? Dann drehen Sie während des Lüftens die Heizkörperthermostate runter und erst wieder auf, nachdem Sie die Fenster wieder geschlossen haben. Denn wenn kalte Luft auf das Thermostat fällt, öffnet das Heizkörperventil vollständig um den Temperaturabfall schnell auszugleichen. So würde man buchstäblich aus dem geöffneten Fenster hinaus heizen.

Ist Kipp-Lüften tatsächlich schlecht?

Richtig gemacht (quer + Thermostat runter) ist gegen das Lüften mit gekippten Fenstern nichts einzuwenden. Beim nicht zu empfehlenden Dauer-Kipp-Lüften mit nur einem gekippten Fenster und geschlossener Tür kühlen insbesondere die Wände in Fensternähe und die Decken aus, zugleich ist der Luftaustausch eher gering. Es bildet sich ein "Kaltluft-See" am Fußboden mit unangenehmen Begleiterscheinungen wie kalten Füßen.

Wie oft ist oft genug?

An Büroarbeitsplätzen sollte spätestens alle 1 bis 2 Stunden gelüftet werden. In Abhängigkeit von Raumgröße, Anzahl der Personen und Intensität der Tätigkeit kann das aber auch wesentlich häufiger nötig sein. Bei voll besetzten Besprechungsräumen sind zum Beispiel alle 20 Minuten zu empfehlen – oder ausnahmsweise quer Dauerkipplüften.

Der QR-Code führt zur kostenlosen App „CO2-Timer“ des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV (IFA)

Hier kommt Hilfe!

Leider können Menschen die sich allmählich verschlechternde Luftqualität nicht rechtzeitig wahrnehmen. Eine gute Hilfe sind der online_Lüftungsrechner der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) sowie die kostenlose App "CO2-Timer" des » Instituts für Arbeitsschutz der Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V.. Es müssen jeweils nur die ungefähre Raumgröße und die Personenzahl eingegeben werden, dann wird das empfohlene Lüftungsintervall ausgegeben. Eine noch bessere Möglichkeit sind so genannte CO2-Ampeln. Diese Geräte (Kosten ca. 50 bis 200 €) messen die tatsächliche CO2-Konzentration und zeigen an, sobald gelüftet werden soll. Neben den üblichen Tisch- und Wandgeräten gibt es Modelle zur Integrierung in vorhandene Fenstergriffe oder auch als Bausatz, z.B. für Azubi-Projekte.

Was hat CO2 mit Corona zu tun?

Erst einmal gar nichts. Die Lüftungsempfehlungen gibt es auch nicht erst seit der Corona-Epidemie. Sie beruhen auf der Tatsache, dass wir beim Atmen Sauerstoff verbrauchen und CO2 ausstoßen, welches sich dann in der Raumluft anreichert. Während die allmählich sinkende Sauerstoff-Konzentration kein Problem darstellt – davon ist praktisch immer mehr als ausreichend vorhanden auch in "verbrauchter" Raumluft – vermindert CO2 die Sauerstoffaufnahme im Körper. Das verursacht ab einem bestimmten Grad Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und andere Symptome. Gleichzeitig mit der CO2-Konzentration steigt auch der Anteil an Aerosolen aus der Atemluft. Diese kleinsten Tröpfchen, die in der Luft schweben, sind eine mögliche Infektionsquelle für diverse Krankheiten. Neben den AHA-Regeln (Abstand – Hygiene – Alltagsmaske) ist das regelmäßige Lüften der Räume eine gute Möglichkeit das Infektionsrisiko in geschlossenen Räumen zu vermindern, sofern sich mehr als eine Person darin aufhält.

Raumluftreiniger kontra lüften (update 02.11.2020)

Geräte zur Luftreinigung sind gut geeignet, die Anzahl an (möglicherweise infektiösen) Aerosolen in der Raumluft zu verringern. Allerdings ersetzen sie keinesfalls das Lüften wie beschrieben, denn die Geräte können kein CO2 herausfiltern und auch keinen Sauerstoff zuführen. Nach Erkenntnissen des Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik an der Universität der Bundeswehr München verringern Raumluftreiniger mit folgenden Eigenschaften das indirekte Infektionsrisiko signifikant:

  • Die Filterleistung sollte pro Stunde mindestens dem sechsfachen Raumluftvolumen entsprechen.
  • Es sollte ein HEPA-Filter der Klasse H13 oder H14 integriert sein (geprüft nach der europäischen Lüftungsnorm EN 1822-1).
  • Das Gerät sollte so leise sein, das ein Dauerbetrieb möglich ist - bei der geforderten Leistung höchstens 52 Dezibel.

Helfen Lüftungsanlagen?

Meistens ja. Da es aber verschiedene Arten von Lüftungsanlagen (zentral, dezentral, mit/ohne Außenluftzufuhr, mobile Geräte) gibt, ist eine pauschale Aussage nicht möglich. Eine gute detaillierte Auskunft gibt die Seite der

» Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA).