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03.06.2021

Grüner Stahl für die Automobilindustrie

Erste Unternehmen arbeiten an einer klimafreundlichen Stahlproduktion. Eine komplett CO2-freie Produktion ist möglich – sogar ohne Kompensation oder CO2-Abscheidung.


KfW-Bildarchiv / Rüdiger Nehmzow

Hierbei wird statt der sogenannten Hochofenroute mit Koks ein Elektrolichtbogenofen mit Ökostrom betrieben und die Stahlreduktion erfolgt mittels Wasserstoff. Dabei entsteht nicht nur kein CO2, auch der Energieverbrauch ist um 55% niedriger. Durch die hohe Effizienz ist die Verwendung von Wasserstoff in diesem Prozess energetisch bedeutend sinnvoller als zum Beispiel dessen Rückverstromung mittels Brennstoffzellen. Das schwedische Startup H2 Green Steel (H2GS) setzt genau auf diese Technik und wird unter anderem Mercedes-Benz bereits ab 2025 mit CO2-frei produziertem Stahl beliefern.

Grüner Stahl aus Niedersachsen

Aber auch die niedersächsischen Stahlwerke wie die Salzgitter AG und die GMH Gruppe sind gut aufgestellt, auch wenn eine solch grundlegende Transformation eines bestehenden Betriebes sich langwieriger darstellt als bei einem Startup, das bei null anfangen kann. So nutzt die GMH Gruppe bereits seit mehr als 25 Jahren einen E-Ofen und hat damit bis heute so viel CO2 gespart (gegenüber dem branchendurchschnittlich hergestellten Stahl) wie 12,4 Millionen PKW in einem Jahr ausstoßen. Während im Branchendurchschnitt pro produzierter Tonne Rohstahl 1,4 t CO2-Emissionen entstehen, sind es bei der GMH Gruppe lediglich 0,4 t. Bis 2050 sei eine klimaneutrale Stahlproduktion realistisch machbar, heißt es von dem Unternehmen. Auch die Salzgitter AG hat eine drastische Senkung der CO2-Emissionen mittels des Einsatzes von Wasserstoff bei der Stahlerzeugung zum Ziel. Schon heute erzeugen 7 eigene Windkraftanlagen zusammen mit einem 2,5 Megawatt-Elektrolyseur direkt auf dem Werksgelände einen Teil des benötigten grünen Wasserstoffes. Bis 2050 will man die CO2-Emissionen um mehr als 95 % senken.

Unternehmen fordern mehr Klimaschutz ein

Es scheint, als haben Teile der Industrie die Zeichen der Zeit erkannt – noch bevor Staaten handeln. So fordert die GMH Gruppe als Mitglied von Klimaschutz-Unternehmen e. V. zusammen mit weiteren namhaften Mitstreitern seit 2014 mehr Engagement von Seiten der Politik in Sachen Klimaschutz. Allen 46 Mitgliedern ist gemein, dass sie selber mit guten Beispielen vorangehen und diese » Erfolgsgeschichten publik machen.