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10.12.2020

CDP-Analyse: viele Deutsche Unternehmen top beim Klimaschutz

Im internationalen Vergleich schneiden Konzerne aus Deutschland überdurchschnittlich gut beim Klimaschutz ab, jedoch mit deutlichem Verbesserungspotential. Dies ergab die neueste Auswertung der Umweltdaten von weltweit knapp 6.000 Unternehmen durch den Analysten CDP.


©Symrise

313 Unternehmen, die zusammen eine Marktkapitalisierung von 15 Billionen US-Dollar haben, wurden in diesem Jahr auf die prestigeträchtige „A-Liste“ von CDP für Umwelttransparenz und -maßnahmen gesetzt. Das entspricht nur etwa 5 % der mehr als 5.800 Unternehmen, die CDP in Bezug auf Klimawandel, Wälder und Angaben zur Wassersicherheit bewerten konnte. 74 % haben lediglich eine C- oder D-Bewertung erhalten. 10 Pionierführer erzielten sogar in allen drei Kategorien Klima, Wälder und Wasser einen A-Wert und haben sozusagen ein „triple-A-Ranking“ - darunter auch die deutsche Symrise AG. Bedenklich: Mehr als 3.700 Unternehmen haben die Offenlegung ihrer Umweltdaten verweigert.

In diesem Jahr hat die Anzahl der Unternehmen, die einen A-Wert erreichen, erheblich zugenommen. Zusammen mit dem hohen Offenlegungsgrad zeigt dies ein wachsendes Umweltbewusstsein in der Geschäftswelt. Die meisten A-List-Unternehmen stammen aus Europa (132). Das Länder-Ranking führt Japan an (66), gefolgt von den USA (58), Großbritannien (21), Deutschland (19) und Frankreich (18). Gemessen an Anzahl der Unternehmen oder deren Wirtschaftskraft ist also bei deutschen Unternehmen trotz des guten Ergebnisses durchaus noch Luft nach oben.

Aus Kür wird Pflicht?

5 Jahre nach Unterzeichnung des Pariser Abkommens werden die Regierungen der Welt voraussichtlich Aktualisierungen ihrer nationalen Klimapläne vorlegen. Im November kündigte die britische Regierung als erste G20-Regierung eine Offenlegungspflicht von Umweltdaten für Unternehmen an und sendete ein starkes Signal an den Markt und andere Regierungen, dass sie dem britischen Ansatz folgen sollten.

Die A-Liste des CDP zeigt die Unternehmen, die in Bezug auf Umwelttransparenz und Umweltschutz führend sind, basierend auf ihrer jährlichen Offenlegung durch die CDP-Fragebögen zu Klimawandel, Wäldern und Wassersicherheit. Die Anfragen zu den Umweltdaten der Unternehmen kommen von Investoren und Unternehmenskäufern. Diese institutionellen Anleger verwalten ein Vermögen von zusammen etwa 106 Billionen US-Dollar. Dies zeigt, dass Umwelt- und Klimathemen mittlerweile ein großes Gewicht in der Finanzbranche haben.

Über CDP

Das Carbon Disclosure Project (CDP) ist eine internationale gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, Unternehmen und Regierungen dazu zu motivieren, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren sowie Wasserressourcen und Wälder zu schützen. CDP arbeitet mit institutionellen Investoren zusammen und nutzt deren Marktmacht, damit Unternehmen ihre Umweltauswirkungen offenlegen und diese steuern. Über 9.600 Unternehmen mit über 50% der globalen Marktkapitalisierung haben im Jahr 2020 Umweltdaten über CDP veröffentlicht.